Werkzeugkoffer

Für die vielen Chöre in den Städten und im ländlichen Raum sind zeitgenössische Werke geschaffen worden, die bewusst auf musikalischer Tradition aufbauen, spielerisch das 21. Jahrhundert integrieren und Begegnungen zwischen den Chören ermöglichen. So sind fünf Chorwerke der Neuen Musik à ca. zehn Minuten für Laienchöre und kleines Ensemble entstanden, die sich inhaltlich mit verschiedenen Aspekten aus Ludwig van Beethovens Schaffen und seiner Biografie auseinandersetzen.
Diese Aspekte orientieren sich an den Themen des Beethoven-Jahres 2020 und sind den Kompositionen als Leitmotiv vorangestellt: Es geht um den Bürger, den Tonkünstler, den Humanisten, den Visionär und den Naturfreund Beethoven. Zusätzlich zu den fünf „Kernstücken“ wurde eine sechste Komposition in Auftrag gegeben. Diese schafft eine Rahmung oder musikalisch gesagt: eine Ouvertüre und ein Finale für Herrn Beethoven.
Diese Rahmung erlaubt es den Chören, eines der fünf Chorwerke auszuwählen und zusammen mit der Ouvertüre und dem Finale als kleines szenisches Konzert zur Aufführung zu bringen.

Jeder und jede Sänger*in kennt es – als Anfangsritual, als Aufwärmübung, als Methode der Atem- und Stimmbildung: Das Einsingen ist ein wesentlicher Grundpfeiler, um einerseits Atem und Stimme zu lockern und zu sensibilisieren und um andererseits aus dem individuellen Alltag im gemeinsamen Singen anzukommen. Jeder Chor folgt beim Einsingen seinen individuellen Gepflogenheiten. Zusätzlich dazu schlagen wir eine Übung vor, die bereits in der „Aufwärmphase“ augenzwinkernd Lust auf die Beschäftigung mit Beethoven machen soll: Jeder Chor kann selbst entscheiden, ob er die in den Grafiken dargestellten Mundbewegungen BEEET HOOOO VEEEEEN rhythmisch gesprochen, als kleine Tonleiter oder ganz anders ausführt.

Termine folgen in Kürze.

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Biografien der Komponist*innen
Die Komponistin und Pianistin Michaela Rea Catranis studierte Klavier am Peabody Conservatory in den USA und an der Hochschule für Künste Bremen sowie Komposition an der Hochschule für Musik Hanns Eisler. Sie gewann verschiedene internationale Kompositionswettbewerbe und erhielt mehrere Stipendien, darunter die Nachwuchsförderung der Contemporary Arts Alliance Berlin 2019, TONALi18 Kompositionspreis 2018, zweiter Preis beim Hanns Eisler Komponistenforum und Aufführungs-Preis 2015, Stipendium der Peabody Conservatory of Music – Johns Hopkins 2008, Stipendium der Boston University Tanglewood Institute for Young Artists. Ihre Werke wurden bei wichtigen Festivals aufgeführt, u. a. beim Lucerne Festival (Lucerne 2016), Mehrlicht! (Berlin 2018 und 2016), „Dušan Radić“ New Music Festival (Stadt 2014), und von verschiedenen Ensembles gespielt, u. a. Ensemble KNM, Orchester der Lucerne Festival Academy, Ensemble Kuraia. Seit 2012 arbeitet Michaela Rea Catranis als Komponistin und Interpretin in Berlin. Sie engagiert sich besonders für interdisziplinäre Projekte und leitet ihr eigenes Performance-Ensemble „menajiri“ – mit dem Schwerpunkt Neue Musik und hybrid-art.
„Von Punkrock bis Oper – Søren Nils Eichberg ist einer der spannendsten Komponisten Europas“, titelte Royal Opera House 2014, als seine Kammeroper GLARE am Covent Garden in London uraufgeführt wurde. Bereits 2001 gewann Søren Nils Eichberg mit dem Geigenkonzert Qilaatersorneq den Concours Reine Elisabeth in Brüssel. Seitdem werden seine Werke in Europa, den USA und Asien aufgeführt und weltweit im Rundfunk ausgestrahlt. Søren Nils Eichberg studierte Klavier, Dirigieren und Komposition in Berlin, Kopenhagen, Köln, Salzburg, Israel und in den USA. 2010 wurde er zum ersten Hauskomponisten des Dänischen Radio-Sinfonieorchesters ernannt. Die Zusammenarbeit führte zu mehreren Orchesterwerken; eines davon nahm die Geigerin Hilary Hahn in ihr Album „The Hilary Hahn Encores“ auf, das 2014 mit dem Grammy-Award ausgezeichnet wurde. 2017 wurde Søren Nils Eichberg für den Deutschen Musikautorenpreis in der Kategorie „Sinfonik“ nominiert.
Eres Holz wurde 1977 in Israel geboren. Zu seinen Lehrern zählen Ruben Seroussi an der Tel Aviv Universität; Hanspeter Kyburz und Wolfgang Heiniger an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, an der Eres Holz seit 2008 als Dozent im Fach Algorithmische Komposition arbeitet. Er erhielt zahlreiche Preise (u. a. Carl von Ossietzky-Preis, Hanns-Eisler- Preis) und Stipendien (Aufenthaltsstipendium an der Cité Internationale des Arts in Paris 2012, Kompositionsstipendien des Berliner Senats 2013, 2014 und 2015). 2017 war er Composer in Residence des Deutschlandfunks. Seine Kompositionen wurden und werden auf zahlreichen Podien und Festivals aufgeführt, u. a. Ultraschall, Ars Nova, Impuls Festival Graz, Südseite nachts – Musik der Jahrhunderte, TonLagen Hellerau, Forum Neuer Musik, ZKM, Impuls Festival (Sachsen-Anhalt), Staatsoper Unter den Linden Berlin, Konzerthaus Berlin, ZeitGenuss, Podium Worpswede e. V., Akademie der Künste Berlin. Seit 2014 ist Eres Holz Mitglied der Akademie Deutscher Musikautoren.
Seyko Itoh wurde in Saitama, Japan geboren. Sie studierte Klavier und Komposition an der Tokyo University of Fine Arts and Music und ab 2008 an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Seyko Itoh nahm 2006 am Internationalen Kompositionsseminar des Ensemble Modern in Frankfurt/Main teil. Von Oktober 2007 bis Oktober 2008 war sie Stipendiatin der Internationalen Ensemble Modern Akademie und parallel dazu Stipendiatin der Akademie der Künste in Berlin. 2012 gewann sie den Hanns- Eisler- Preis für Komposition und Interpretation zeitgenössischer Musik. Ihr Flötenkonzert wurde 2013 als CD-Produktion durch das Ensemble Modern veröffentlicht. Ihre Kompositionen werden von zahlreichen Ensembles in ganz Europa aufgeführt. Als Pianistin tritt sie ebenfalls europaweit bei Konzerten auf und erhielt den ersten Aufführungspreis beim Eisler Komponistenforum 2013.
Christian Kestens künstlerisches Interesse gilt dem Transitären, den Zwischenräumen zwischen Musik und Aktion, Musik und Sprache, Musik und Skulptur, den Verbindungen und der Durchdringung von Klang und Stille, von Klang und Raum. Er komponiert u. a. für das Solistenensemble Kaleidoskop, die Vokalperformer Maulwerker, Konzert Minimal, Rue du Nord Lausanne, Object Collection New York, AuditivVokal Dresden, WeSpoke London. Neben Kammermusik (Solo, Ensemble) und Chorwerken komponierte und inszenierte er ortsspezifische Stücke für Berliner Bahnhöfe oder für die Fahrstühle im Museum Moderner Kunst Wien und abendfüllende Stücke für die Bühnenräume des Schauspielhauses Wuppertal, des Radialsystems V Berlin, der Dampfzentrale Bern, des Théâtre 2.21 Lausanne, des Ontological-Hysteric Theaters New York. Als Vokalist und Performer präsentiert er Solo-Performances in Europa, Japan, Kanada und den USA. Christian Kesten erhielt diverse Stipendien und Förderungen, z. B. Civitella Ranieri Music Fellowship 2016 oder ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats 2018.
Brigitta Muntendorf studierte Komposition in Bremen und Köln. Sie verfolgt als Komponistin wie auch mit ihrer Arbeit als künstlerische Leiterin des Ensemble Garage die Vision einer Musik, die durch Transmedialität und vielschichtige Kontextualisierung nicht nur auf sich selbst verweist, sondern Verweise zu anderen Kunst- und Ausdrucksformen setzt. Aufträge und Aufführungen von führenden Ensembles der Neuen Musik führten sie zu internationalen Festivals wie u. a. den Wittener Tagen für Neue Kammermusik, Festival d’Automne Paris, Festival Musica Strasbourg, Acht Brücken Festival Köln, Eclat Festival Stuttgart, Klang Kopenhagen, Ruhrtriennale, Warschauer Herbst, Cairo Contemporary Music Festival, Wien modern oder das Ultraschall Festival Berlin. Brigitta Muntendorf erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u. a. den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung, 2017 den Deutschen Musikautorenpreis in der Sparte Nachwuchs, das Arbeitsstipendium der internationalen Ensemble Modern Akademie (2012), der Villa Concordia Bamberg (2014-15) und der Villa Kamogawa Kyoto (2017). 2014 wurde ihre CD It may be all an illusion veröffentlicht. Seit 2013 kuratiert sie die Reihe Frau Musica (nova) im Deutschlandfunk Köln.